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Wie finde ich das passende Home Energy Management System (HEMS)?

  • Autorenbild: Tim Kuchel
    Tim Kuchel
  • 19. Juli
  • 16 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 30. Juli

Home Energy Management Systeme sind digitale Steuerzentralen, die alle relevanten Energieflüsse im Gebäude überwachen und optimieren. Sie verknüpfen Erzeuger wie Photovoltaikanlagen und Speicher mit Verbrauchern (Wärmepumpe, Wallbox, Haushaltsgeräte) und sorgen dafür, dass möglichst viel eigener Solarstrom selbst genutzt wird. Für Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser und Gewerbebetriebe bieten HEMS die Chance, Energiekosten zu senken, den Eigenverbrauch zu maximieren und Netzlasten intelligent zu steuern. Die Anforderungen können je nach Einsatzbereich variieren, in Mehrfamilienhäusern oder Gewerbe kommen häufig größere Anlagen und mehrere Nutzer ins Spiel, was an HEMS zusätzliche Anforderungen an Skalierbarkeit und Schnittstellen stellt. Im Folgenden geben wir eine umfassende Auswahlhilfe.


Intelligentes Einfamilienhauses mit Home Energy Management System (HEMS), Solarpanels auf dem Dach, Elektroauto, Batteriespeicher und vernetzten Haushaltsgeräten zur effizienten Energieverteilung.
Das Home Energy Management System steuert Solaranlage, Batteriespeicher, E-Auto und Haushaltsgeräte für maximale Energieeffizienz und Kosteneinsparung.

Wichtige Kriterien bei der HEMS-Auswahl

Bei der Auswahl eines HEMS sollten verschiedene Aspekte berücksichtigt werden, um eine Lösung zu finden, die zum individuellen Bedarf passt. Hier die wichtigsten Kriterien im Überblick:


  • Kompatibilität der Geräte: Unterstützt das System die vorhandenen oder geplanten Komponenten: insbesondere PV-Anlage, Batteriespeicher, Wallbox (E-Auto-Ladestation) und Wärmepumpe? Ein HEMS entfaltet nur dann seinen vollen Nutzen, wenn es alle relevanten Geräte einbinden und steuern kann. Manche Systeme sind herstellergebunden (funktionieren primär mit den Produkten eines Herstellers), während herstellerneutrale HEMS verschiedene Fabrikate via Standard-Schnittstellen (z.B. SG-Ready, Modbus, EEBUS) integrieren können.

  • Funktionsumfang & Steuerungsintelligenz: Welche Optimierungsstrategien beherrscht das System? Dazu zählen z.B. Eigenverbrauchsoptimierung (Verbraucher gezielt dann laufen lassen, wenn Solarstrom verfügbar ist), Lastmanagement (Spitzenlasten vermeiden), sowie Notstrom- oder Backup-Funktion bei Stromausfall. Moderne HEMS nutzen oft Prognosedaten (Wettervorhersage) und künstliche Intelligenz, um Ladevorgänge vorausschauend zu planen. Auch die Fähigkeit, dynamische Stromtarife und zeitvariable Netzentgelte einzubeziehen, wird angesichts neuer Tarifmodelle ab 2025 immer wichtiger.

  • Lokal vs. Cloud: Einige HEMS arbeiten lokal (die Steuerungshardware sitzt im Haus und regelt autark, oft auch offline-fähig), andere sind cloudbasiert (Daten und Optimierung finden auf Servern statt). Viele Lösungen kombinieren beides: lokale Steuerbox plus Cloud-Anbindung für App-Steuerung oder KI-Features. Lokale Systeme bieten den Vorteil, auch bei Internet-Ausfall zu funktionieren und Daten vor Ort zu halten, während Cloud-Lösungen oft komfortablere Auswertungen, Fernzugriff und KI-Updates ermöglichen. Wichtig ist, dass der Nutzer weiß, wo seine Daten landen und ob das System ohne Internet voll arbeitsfähig ist.

  • §14a EnWG-Konformität: Ab 2025 treten in Deutschland neue Regeln (§14a Energiewirtschaftsgesetz) in Kraft, die Netzbetreibern erlauben, steuerbare Verbrauchseinrichtungen (v.a. Wärmepumpen und Wallboxen) zeitweise zu dimmen, um das Stromnetz zu stabilisieren. HEMS können diese Netzsignale intelligent ausregeln, etwa indem bei Lastreduktions-Anordnung des Netzbetreibers bevorzugt auf eigenen PV-Strom umgeschaltet wird. Ein HEMS sollte daher idealerweise §14a unterstützen, d.h. netzdienliche Steuerung ermöglichen. Als Gegenleistung profitieren Nutzer solcher HEMS von reduzierten Netzentgelten oder speziellen Tarifen. Dieses Kriterium ist insbesondere für zukunftssichere Integration von E-Mobilität und Wärmepumpen relevant.

  • Visualisierung und Nutzerfreundlichkeit: Eine intuitive App oder Web-Oberfläche ist entscheidend, damit Endkunden ihren Energiehaushalt im Blick behalten. Live-Daten zu Verbrauch, Erzeugung, Batteriestand und Kostenersparnis sollten leicht verständlich dargestellt werden. Einige Systeme bieten detaillierte Dashboards mit individuellen Widgets (z.B. für Solarertrag, Batteriekapazität, Netzbezug). Auch die Konfiguration (z.B. Prioritäten setzen, Ladestrategien wählen) sollte ohne Expertenwissen möglich sein. Hier gibt es Unterschiede: Hersteller wie SENEC oder SMA legen viel Wert auf Endkundentaugliche Apps, während offenere Systeme für Technik-Enthusiasten teils mehr Einstellmöglichkeiten und eine technischere Optik haben können.

  • Preisniveau und Folgekosten: Die Kosten eines HEMS setzen sich oft aus Hardware (Energiemanager-Box, Sensoren, evtl. Gateway) und ggf. Software-Lizenzen zusammen. Integrierte Systeme (z.B. in Batteriespeicher enthalten) erhöhen den Gesamtpreis der Anlage, während nachrüstbare Lösungen als eigenständige Geräte mehrere hundert Euro kosten können. Wichtig ist, auf versteckte laufende Kosten zu achten: Einige Anbieter verlangen jährliche Gebühren oder Lizenzkosten für bestimmte Funktionen (z.B. erweiterte Prognosen), andere wie Solar Manager liefern alle Funktionen ohne Abogebühr. Für eine Einordnung: Die HEMS-Anschaffungskosten liegen typischerweise zwischen 500 € bis 3500 €, je nach Funktionsumfang und Hersteller. Gewerbliche Systeme können teurer ausfallen. Hier sollte der Nutzen (Stromersparnis pro Jahr) gegen die Investition abgewogen werden.

  • Skalierbarkeit und Zukunftssicherheit: Planen Sie zukünftige Erweiterungen? Das HEMS sollte erweiterbar sein, sei es für zusätzliche PV-Module, einen weiteren Speicher oder weitere Wallboxen. Für Mehrfamilienhäuser oder Gewerbe ist wichtig, ob das System mehrere Ladepunkte oder Wohneinheiten managen kann. Einige HEMS sind klar für das Einfamilienhaus zugeschnitten und stoßen bei komplexeren Projekten an Grenzen, andere (z.B. FENECON FEMS oder energielenker Enbas) sind modular auch in größeren Anlagen einsetzbar. Zukunftssicherheit betrifft auch Software: regelmäßige Updates (Over-the-Air) sind wünschenswert, damit neue Tarife, Schnittstellen oder Geräte unterstützt werden.

  • Herstellerbindung vs. Offenheit: Überlegen Sie, ob Sie ein Komplettsystem eines Herstellers bevorzugen (oft optimal abgestimmt, aber weniger flexibel) oder eine herstellerunabhängige Lösung. Herstellergebundene HEMS (z.B. von SENEC, E3/DC/Hager, Sonnen, EcoFlow) funktionieren am besten mit den jeweils eigenen Batterien, Wechselrichtern und Wallboxen, Integration von Fremdgeräten ist begrenzt. Demgegenüber stehen herstellerneutrale HEMS wie Solar Manager, Consolinno Leaflet oder energielenker Enbas, die zahlreiche Geräte verschiedener Marken unterstützen (teils 500+ Geräte). Hier hat man mehr Freiheit in der Komponentenauswahl (z.B. PV-Wechselrichter von SMA mit Speicher von BYD), muss aber ggf. etwas mehr Konfigurationsaufwand einkalkulieren. Ein Mittelweg sind Anbieter, die zwar eigenes Ökosystem haben, aber via Standards auch Drittprodukte einbinden (z.B. Schneider Electric Wiser nutzt KNX/Modbus, EcoFlow OASIS integriert Drittanbieter via Tibber, Matter, Shelly-Protokolle).

  • Datenschutz und Datenhoheit: Schließlich spielt eine Rolle, wie mit Messdaten und Nutzungsprofilen umgegangen wird. Werden diese ausschließlich lokal gespeichert oder in die Cloud gesendet? Wenn Cloud, wo stehen die Server (EU/GDPR-Konformität)? Einige europäische Anbieter (z.B. beegy/MVV, Solar Manager) betonen, dass Daten sicher und nach EU-Recht behandelt werden. Schneider Electric verspricht z.B., keine Weitergabe an Dritte und hält alle HEMS-Daten in der eigenen Infrastruktur. Wer Wert auf lokale Datenhaltung legt, kann nach Systemen suchen, die ohne Cloud auskommen oder zumindest einen Offline-Modus besitzen.


Vergleichstabelle verschiedener Home-Energy-Management-Systeme.
Benchmark HEMS Vergleich

Wichtige Fragen vor der HEMS-Entscheidung

Bevor Sie sich für ein konkretes System entscheiden, sollten Sie einige Schlüsselfragen für sich beantworten. Diese helfen, das passende HEMS nach Ihren Bedürfnissen einzugrenzen:

  1. Welche Energie-Komponenten sind vorhanden oder geplant?  Listen Sie Ihre bestehenden bzw. zukünftigen Geräte auf: PV-Anlagengröße (kWp), Batteriespeicher (Kapazität in kWh), Wallbox (Anzahl, Ladeleistung), Wärmepumpe oder andere Heizsysteme, Notstrom-Generator etc. Ein HEMS muss diese alle einbinden können. Beispiel: Haben Sie bereits eine PV-Anlage von SMA und einen BYD-Speicher, sollte das HEMS beide ansteuern können (ggf. SMA Sunny Home Manager in Betracht ziehen, da dieser SMA-Wechselrichter und BYD unterstützt). Bei rein geplanter Neuinstallation kann auch ein Komplettsystem attraktiv sein, das PV, Speicher und HEMS aus einer Hand bietet.


  2. Soll das HEMS herstellerübergreifend funktionieren oder reicht ein geschlossenes System?  Wenn Sie Komponenten verschiedener Hersteller kombinieren (oder dies perspektivisch wollen), ist ein offenes, herstellerneutrales HEMS ratsam. Falls Sie z.B. bereits einen SENEC-Speicher besitzen, könnte der SENEC.PowerPilot eine nahtlose Lösung sein, bedenken Sie aber, dass Sie sich damit weiter an SENEC binden. Überlegen Sie auch, ob ein zukünftiger Wechsel von Komponenten (z.B. andere Wallbox) möglich sein soll.


  3. Wie wichtig ist Ihnen Unabhängigkeit vom Internet?  Wenn Ihre Internetverbindung ausfällt, sollte das HEMS idealerweise den Betrieb kritischer Funktionen (Ladezustand Batterie, Notstrom, etc.) weiterführen können. Ein lokal arbeitendes System (z.B. Consolinno Leaflet HEMS mit Edge-Hardware) kann hier punkten. Falls Sie jedoch Wert auf komfortable Fernsteuerung per Smartphone von unterwegs legen, ist ein Cloud-gestütztes System vorteilhaft. Prüfen Sie auch den Datenschutzaspekt dabei.


  4. Nutzen Sie (oder planen Sie) einen dynamischen Stromtarif?  Dynamische Tarife mit stündlich wechselnden Preisen werden ab 2025 verbreiteter sein. Wenn Sie vorhaben, solche Tarife zu nutzen, wählen Sie ein HEMS, das preissignalfähig ist. Systeme wie energielenker Enbas oder SENEC PowerPilot können Börsenstrompreise auslesen und Verbraucher automatisch in günstige Stunden verlagern. Auch EcoFlow OASIS hebt auf KI-unterstützte Tarif-Optimierung ab. Wenn Ihnen das zu komplex ist und Sie beim normalen Tarif bleiben, ist dieser Punkt weniger ausschlaggebend.

  5. Soll das HEMS eine Notstrom-/Backup-Stromversorgung steuern?  Nicht alle HEMS können Batterien so ansteuern, dass bei Netzausfall Ihr Haus versorgt wird. Einige Systeme wie E3/DC oder Hager flow integrieren Notstromfähigkeit ab Werk. Falls Sie Blackout-Vorsorge betreiben möchten, achten Sie auf HEMS, die in Kombination mit kompatiblen Speichern eine Inselnetzschaltung unterstützen. In Mehrfamilien- oder Gewerbeobjekten ist das Thema Notstrom ggf. komplexer, hier sollte eine Fachplanung erfolgen.


  6. Wer installiert und betreibt das System?  Planen Sie die Installation Selbst vorzunehmen oder erfolgt alles über einen Anbieter? Hier kommen wir, die eeeNation, ins Spiel, als Systemintegrator arbeiten wir herstellerunabhängig. Einige HEMS (z.B. Solar Manager oder Consolinno) sind als Plug-and-Play-Lösungen für Installateure konzipiert, unser Elektriker bekommt eine Anleitung und QR-Code, um die Inbetriebnahme zügig durchzuführen. Andere (etwa Fenecon FEMS) werden oft nur über zertifizierte Partner angeboten und erfordern Spezialwissen. Denken Sie auch an den laufenden Betrieb: Wollen Sie viel selbst konfigurieren und “basteln” können (dann bieten offene Systeme/DIY-Lösungen mehr Möglichkeiten) oder bevorzugen Sie einen Service-Dienstleister, der das Monitoring für Sie übernimmt (dann könnten Angebote von Installationsbetrieben oder Energieversorgern wie beegy interessant sein)?


  7. Welche Budgetvorstellungen und Amortisationsziele haben Sie?  Setzen Sie einen groben Rahmen, was Ihnen das Energiemanagement wert ist. Bei einer Nachrüstlösung rechnet sich ein HEMS oft durch eingesparte Stromkosten in einigen Jahren. Rechenbeispiel: Enbas verspricht bis ca.1.338 € Ersparnis pro Jahr bei PV + WP + EV. In solchen Fällen lohnt auch ein teureres System binnen weniger Jahre. Für kleinere Anlagen ohne E-Auto fällt der Nutzen geringer aus, sodass ggf. ein einfacheres (und günstigeres) HEMS genügt. Kalkulieren Sie die Return-on-Investment abhängig von Ihrer Situation.


Indem Sie diese Fragen beantworten, zeichnen Sie ein Profil Ihrer Anforderungen. Damit wird die Auswahl aus den folgenden Anbietern gezielter möglich.



Vergleich führender HEMS-Anbieter im deutschsprachigen Markt

Im deutschsprachigen Raum sind in den letzten Jahren zahlreiche HEMS-Lösungen verfügbar geworden. Sie lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen: herstellergebundene Komplettsysteme (typischerweise von Batterie-, Wechselrichter- oder Elektro-Technik-Herstellern angeboten) und herstellerunabhängige Systeme (meist spezialisierte Energie-Startups oder -Dienstleister, die eine flexible Steuerbox anbieten). Im Folgenden betrachten wir wichtige Vertreter beider Gruppen.


Herstellergebundene Komplettlösungen: Diese Systeme kommen oft im Paket mit Photovoltaik-Speichern oder Wallboxen des jeweiligen Herstellers. Sie sind ideal, wenn man ohnehin die Komponenten dieses Anbieters nutzt, da alles nahtlos zusammenwirkt. Allerdings sind sie weniger offen für Fremdgeräte. Beispiele:


  • SENEC (EnBW) – Bekannt für Batteriespeicher SENEC.Home und Cloud-Lösungen, hat SENEC mit PowerPilot ein eigenes HEMS integriert. Es vernetzt PV-Anlage, SENEC-Speicher, die hauseigene SENEC.Wallbox und sogar Wärmepumpen/Heizstäbe, um den Eigenverbrauch zu optimieren. Über die SENEC.App lassen sich alle Energieflüsse visualisieren und steuern. Eine Spezialität ist die Anbindung an dynamische Stromtarife, in Kooperation mit EnBW kann der PowerPilot Verbraucher automatisch in die günstigsten Preisstunden legen. Diese Preisoptimierung funktioniert jedoch auch mit anderen Stromanbietern, die Day-Ahead-Tarife bieten. §14a-Fähigkeiten erwähnt SENEC bislang nicht explizit, aber als EnBW-Tochter dürfte man daran arbeiten. Insgesamt ist SENEC PowerPilot eine komfortable Lösung für SENEC-Kunden (die Hardware steckt bereits im Speichergerät), aber für Außenstehende kaum nutzbar.


  • Hager/E3/DC – Der Premium-Hersteller E3/DC (seit einigen Jahren Teil der Hager Group) bietet ein Hauskraftwerk als All-in-One-System mit PV-Wechselrichter, Batteriespeicher, Notstrom und Energiemanagement. Unter der Marke Hager flow wird dieses Konzept weiterentwickelt: flow kombiniert einen Energiemanager, Speicher und optional die Wallbox „witty flow“ zu einem abgestimmten System für Ein- und Zweifamilienhäuser. Der Energiemanager (4 TE breit für den Zählerschrank) vernetzt PV, Speicher, Wärmepumpe und Ladestation und optimiert den Verbrauch. Über Hagers Smart Home-Steuerung (domovea) oder die flow-App kann der Nutzer alles in Echtzeit überwachen. Stärken sind die Backup-Stromfähigkeit (100% Ersatzstrom über den Speicher) und die hochwertige Hardware. flow/E3DC richtet sich an Kunden, die maximale Autarkie und Zuverlässigkeit suchen, die Investitionskosten sind entsprechend hoch. Die Integration fremder Geräte erfolgt primär über Standard-Eingänge (SG-Ready für Wärmepumpen, Schütze für Verbraucher), neuere Hager-Speicher unterstützen aber auch Standards wie EEBUS für die Kommunikation mit Wärmepumpen und Netzbetreiber-Signalen. Insgesamt ein zukunftssicheres System für anspruchsvolle Eigenheimbesitzer; für MFH/Gewerbe bietet E3/DC separate Lösungen (Hauskraftwerk Pro etc.).


  • Schneider Electric - Wiser Home: Schneider bietet kein PV-Speicher-System, aber mit der Smart-Home-Serie Wiser ein Energiemanagement, das vor allem Verbrauchsoptimierung adressiert. Kern ist der Wiser-Hub mit PowerTag-Energiemessern im Schaltschrank und kompatiblen Schneider EV-Ladegeräten und Lastschaltern. 2024 hat Schneider eine KI-gestützte HEMS-Funktion vorgestellt: Die Wiser-App kann dank KI die zwei größten Verbraucher im Haushalt, Warmwasser-Boiler und EV-Ladung, automatisch so steuern, dass Stromkosten minimiert werden. Der Algorithmus lernt das Nutzerverhalten, bezieht Wetterprognosen, Tarife und Solardaten ein und verschiebt z.B. Ladungen ins Kostenoptimum, ohne Komfortverlust. Alle Daten bleiben laut Schneider intern, es gibt keine Cloud-Datenweitergabe, gleichwohl läuft die Optimierung über die Wiser-Cloud. Für Wiser Home benötigt man Schneider-spezifische Hardware (z.B. EVlink Home Charger, Wiser-Steuerrelais für Boiler). PV-Anlagen kann Wiser zwar überwachen (via Energie-Monitoring), aber eine tiefe Integration wie bei SMA oder SolarManager (z.B. Wechselrichtersteuerung) gibt es kaum, hier liegt der Fokus eher auf Nachrüst-Szenarien, wo der PV-Wechselrichter eigenständig läuft und Wiser „nur“ Verbraucher schaltet. Vorteil: Wiser lässt sich in ein umfassendes Smart Home integrieren (Licht, Heizung, Sicherheit). Nachteil: Für PV-Profis fehlen spezifische Steuerungen (kein Batteriemanagement, keine direkte Wechselrichter-Kommunikation). Für Haushalte ohne großen Speicher, die v.a. flexible Lasten optimieren wollen, ist Schneider Wiser jedoch eine solide Lösung mit hohem Bedienkomfort.


  • EcoFlow – PowerStream/OASIS: EcoFlow ist bisher bekannt für portable Powerstations, nun drängt die Firma auch ins Heimsegment. Ihr System EcoFlow OASIS wird als „fortschrittlichstes KI-gestütztes HEMS“ vermarktet. Es zielt darauf, komplette Unabhängigkeit zu ermöglichen, insbesondere in Kombination mit EcoFlow-Heimbatterien, PV-Modulen und dem EcoFlow Smart Home Panel (automatischer Umschaltschrank für Notstrom). OASIS optimiert mittels KI den Energieeinsatz, prognostiziert Strompreise und Solarertrag und gibt dem Nutzer Handlungsempfehlungen. Die App PowerInsight visualisiert Verbrauch und Erzeugung in Echtzeit, mit anpassbaren Widgets. Besonders interessant: EcoFlow öffnet sich für Drittanbieter-Geräte mittels Tibber (für Preissignale), Matter und Shelly (für Smart-Home-Geräte). So können z.B. Shelly-Plugs zur Steuerung beliebiger Verbraucher genutzt werden, oder Matter-kompatible Thermostate ins Energiemanagement einbezogen werden. Damit versucht EcoFlow, über das eigene Ökosystem hinaus zu wachsen. Dennoch liegt die Stärke primär in EcoFlow-eigenen Komponenten, ein Fremd-Wechselrichter ließe sich mangels Standards nicht direkt steuern, sondern nur indirekt über Messwerte. §14a-Konformität ist bei EcoFlow (einem internationalen Hersteller) derzeit kein Thema. Zielgruppe sind Technikaffine, die mit App-Steuerung und KI maximale Unabhängigkeit erzielen wollen. Preislich dürfte das System in Konkurrenz zu Tesla Powerwall+Gateway liegen. Für bestehende Anlagen ist EcoFlow nur bedingt interessant, da man meist deren Hardware einsetzen muss, doch für Inselnetze oder flexible Hybridsysteme (Haus und Wohnmobil, etc.) bietet EcoFlow innovative Ansätze.



Herstellerunabhängige HEMS: Diese Lösungen können oft als Nachrüst-Geräte in verschiedenste Anlagen integriert werden. Sie stammen häufig von Spezialfirmen oder Energiedienstleistern und punkten mit Flexibilität und Offenheit. Hier einige wichtige Vertreter:


  • FENECON FEMS (OpenEMS): Fenecon (Bayern) ist Anbieter von Batteriespeichern und hat mit FEMS ein Energiemanagement auf Basis der Open-Source-Plattform OpenEMS entwickelt. Es handelt sich um ein sehr modulares System, das in Fenecon-Speichern bereits integriert ist. Die OpenEMS-Architektur erlaubt theoretisch die Anbindung vieler Geräte, praktisch wird FEMS aber vor allem zusammen mit Fenecon/BYD-Heimspeichern und kompatiblen Wechselrichtern verkauft. Ein großer Vorteil ist die Offenheit des Quellcodes: technisch versierte Nutzer oder Integratoren (z.B. in Forschungsprojekten) können eigene Logiken hinzufügen. Für Endkunden liefert Fenecon eine App mit Dashboard, allerdings ist diese eher auf Technik-Details ausgerichtet (z.B. werden per InfluxDB/Grafana professionelle Analysen ermöglicht). Die Einbindung von Wallboxen und Wärmepumpen ist möglich, oft aber auf bestimmte Modelle begrenzt bzw. erfordert individuelle Konfiguration. Da Fenecon OpenEMS für die Branche freigegeben hat, nutzen auch andere Firmen (z.B. Pixometer/Adaptive Balancing mit „Heartbeat“ in 1komma5°) diese Softwarebasis. FEMS ist §14a-fähig und wurde für netzdienliche Anwendungen ausgezeichnet. Insgesamt ist Fenecon FEMS ideal für Projekte mit hohem Anspruch (bis hin zu Gewerbe- und Quartierspeichern), bei reinen PV-Heimanlagen ohne Fenecon-Speicher wird man es jedoch selten einsetzen. Man muss i.d.R. einen Fenecon-Partner beauftragen. DIY ist hier weniger vorgesehen.


  • beegy Box (MVV Energie): Die beegy GmbH bietet ein weißgelabeltes HEMS für Energieversorger, Installateure und Endkunden an. Die beegy Box fungiert als zentrale Steuereinheit im Haus und verbindet PV-Anlagen, Batteriespeicher, Wärmepumpen und sogar Hauswasser-Systeme zu einem intelligenten Netz. Beegy wirbt damit, ein Full-Service-Anbieter zu sein, Partner (etwa Stadtwerke oder Heizungsbauer) können die HEMS-Lösung unter eigenem Namen vertreiben. Technisch setzt beegy auf einen selbst entwickelten Energiemanager mit IoT-Plattform. Dadurch sind Funktionen wie Fernüberwachung, Wartung und Tarifsteuerung integriert. Endkunden profitieren von einer einheitlichen App, in der alle Komponenten visualisiert werden. So lädt z.B. das beegy-HEMS gezielt das E-Auto mit PV-Überschuss, anstatt ins Netz einzuspeisen. Herstellerunabhängigkeit: beegy versucht, möglichst viele gängige Geräte einzubinden, wobei Partnerschaften (z.B. mit bestimmten Wallbox- oder Wärmepumpen-Herstellern) vermutlich bestehen. §14a-Unterstützung ist wahrscheinlich in Arbeit, da MVV/Beegy als Energieversorger-Lösung hier Interesse haben. Die Kosten für Endkunden sind oft in Paketpreisen versteckt; manchmal gibt es ein Miet- oder Abo-Modell. Beegy eignet sich insbesondere, wenn man eine Rundum-sorglos-Lösung sucht, etwa PV-Anlage inkl. Speicher, Wallbox und HEMS vom Energieanbieter mit Servicevertrag. Die Flexibilität für eigene Anpassungen ist geringer, dafür kümmert sich der Anbieter um Betrieb und Updates.


  • Energieversum EV.cockpit: Energieversum hat 2024 das EV.cockpit vorgestellt ein HEMS, das speziell auf PV-Speicher-Heizungs-Kombinationen abzielt. Es wird vermutlich in Kombination mit ihren PV-Komplettangeboten vertrieben. Technisch nutzt EV.cockpit KI und ist „preissignalfähig“, d.h. es kennt die Börsenstrompreise und kann in Verbindung mit dynamischen Tarifen die günstigsten Bezugszeiten nutzen. Es bezieht auch Wetterdaten ein, um zu entscheiden, ob z.B. der Batteriespeicher nachts mit billigem Netzstrom geladen werden sollte, falls am nächsten Tag wenig Sonne erwartet wird. Energieversum verspricht dadurch zusätzliche Einsparungen von bis zu 35 %. Die Benutzeroberfläche besteht aus einer App-Lösung ohne monatliche Kosten (für mindestens 10 Jahre inkludiert). Over-the-Air Updates halten das System aktuell. Wahrscheinlich basiert EV.cockpit auf einer bestehenden HEMS-Technologie (möglich, dass dahinter ein OEM-Produkt wie Solar Manager oder aWATTar steckt, genauere Infos dazu liegen aber nicht vor). Für Kunden von Energieversum ist EV.cockpit eine attraktive Zusatzoption, um ihre Anlage zu optimieren, als eigenständiges Produkt am Markt spielt es (noch) eine geringe Rolle. Es zeigt aber den Trend, dass Installateure verstärkt eigene HEMS-Lösungen anbieten, maßgeschneidert für ihre PV-Pakete.


  • energielenker Enbas: Die energielenker solutions GmbH bietet mit Enbas einen leistungsfähigen Energiemanager an, der ursprünglich aus der Wohnungswirtschaft kommt. Enbas ist herstellerunabhängig und kann PV-Anlagen, Batteriespeicher, Wärmepumpen und Wallboxen zusammenschalten. Das System legt großen Wert auf Netzdienlichkeit: Es erfüllt die Vorgaben der §14a EnWG-Novelle vollumfänglich. So kann Enbas z.B. mehrere Wallboxen in einer Liegenschaft dynamisch steuern, sodass der Netzanschluss nicht überlastet wird, aber PV-Strom maximal genutzt wird. Zudem bezieht Enbas dynamische Strompreise in die Steuerung ein. Die Firma gibt eine mögliche Kostensenkung bis 1.338 € pro Jahr für einen typischen Haushalt mit PV+WP+EV an, was sehr hoch gegriffen erscheint, aber den ambitionierten Ansatz verdeutlicht. Enbas wird oft mit einem Dashboard geliefert (enerielenker’s SmartVis Visualisierung), das für Nutzer und auch für Quartierslösungen genutzt werden kann. Enbas ist vor allem dort sinnvoll, wo komplexere Energiesysteme gemanagt werden: etwa Mehrfamilienhäuser mit Mieterstrom, Gebäude mit mehreren Ladestationen oder hybriden Heizsystemen. energielenker bietet hierzu auch Contracting- und Abrechnungslösungen (Mieterabrechnung, etc.) an. Für den privaten Einfamilienhaus-Besitzer ohne besondere Anforderungen könnte Enbas fast überdimensioniert sein, es sei denn, man möchte gezielt eine vom Installateur unabhängige, zukunftssichere Lösung. Die Installation erfolgt über Fachpartner, die energielenker entsprechend schult. Unterm Strich ist Enbas ein Profi-HEMS, das besonders im Wohnungswirtschaft- und Gewerbekontext punktet, während es im typischen EFH-Bereich mit einfacheren Konkurrenten ringen muss.


  • Solar Manager: Die Solar Manager AG aus der Schweiz bietet eines der populärsten unabhängigen HEMS für Privathaushalte an. Der Solar Manager ist eine kleine Hutschienen-Box (Gateway), die über CT-Klemmen und Schnittstellen alle relevanten Geräte überwacht und steuert. Bekannt ist Solar Manager für seine breite Geräteunterstützung, über 500 Geräte diverser Hersteller sind integriert, von Wechselrichtern (SMA, Fronius, SolarEdge etc.) über Batterien (BYD, LG...) bis zu Wallboxen (KEBA, easee, Heidel, usw.) und Wärmepumpen. Wo direkte Integration nicht möglich ist, können Standard-Signale (z.B. zwei Relaisausgänge für SG-Ready oder Heizstäbe) genutzt werden. In der neuen Version Connect 2 erfüllt Solar Manager auch die §14a-Anforderungen: Es hat explizite Relais-Eingänge, um z.B. Rundsteuerempfänger oder Steuerboxen vom Netzbetreiber anzuschließen. Außerdem spricht es EEBUS, um mit Smart-Meter-Gateways zu kommunizieren. Die Installation ist installerfreundlich (QR-Code Scan für Einrichtung), und es fallen keine laufenden Lizenzkosten an, im Gegensatz zu manch anderem System (z.B. Smartfox). Solar Manager eignet sich insbesondere für Bestandsanlagen zur Nachrüstung, da er herstellerübergreifend ist. Aber auch bei Neuanlagen wird er von Solarteuren gern angeboten, wenn kein herstellereigenes HEMS vorhanden ist oder dieses nicht überzeugt. Preislich liegt das Gateway inkl. Software typischerweise im mittleren dreistelligen Euro-Bereich, was angesichts der Einsparpotenziale angemessen ist. Solar Manager ist eine Top-Empfehlung für alle, die maximale Flexibilität und Zukunftssicherheit wollen, ohne auf Benutzerfreundlichkeit zu verzichten.


  • Consolinno – Leaflet HEMS: Die Consolinno Energy GmbH aus Augsburg ist ein Startup, das mit Leaflet HEMS ebenfalls ein KI-basiertes Energiemanagement anbietet. Consolinno wirbt mit Herstellerunabhängigkeit und Zukunftsorientierung. Ihr HEMS soll Energiesysteme optimal an Strommärkte anbinden, mit Netzbetreibern kommunizieren und dadurch Energie, Kosten und CO₂ einsparen. Die Leaflet-Hardware übernimmt als zentrale Steuerung im Haushalt alle Optimierungen. Ähnlich wie Solar Manager fokussiert sich Consolinno auf Eigenverbrauch maximieren und dynamische Tarife nutzen, sie betonen, dass Leaflet schon jetzt die Basis für variable Tarife und Netzdienlichkeit legt. Die Kompatibilität wird ständig erweitert und das System beherrscht „alle relevanten Schnittstellen“ (von PV-Wechselrichtern über Wärmepumpen zu Wallboxen). Consolinno bietet neben dem Home-HEMS auch Lösungen für Mehrfamilienhäuser und Quartiere (CEMS) sowie Abrechnungstools (für Mieterstrom etc.). Für Installateure gibt es eine separate Inbetriebnahme-App, um die Einrichtung zu erleichtern. Consolinno hebt allerdings stärker auf KI und Prognosen ab, man kann es als deutschen „Tibber für PV-Besitzer“ beschreiben, wobei Leaflet die Steuerung auch direkt übernimmt und nicht nur einen Advisor spielt. §14a-Unterstützung ist vorhanden. Alles in allem ist Leaflet HEMS eine hochinteressante Lösung für technikaffine Endkunden wie auch für professionelle Anwender, die ein unabhängiges System mit großem Funktionsumfang suchen. Es konkurriert direkt mit Solar Manager im privaten Bereich und mit energielenker Enbas im kommerziellen Segment.


Weitere relevante Anbieter: Neben den genannten gibt es noch andere HEMS-Lösungen im Markt.

SMA Sunny Home Manager 2.0 etwa ist eine weit verbreitete Lösung speziell für SMA-Wechselrichter-Besitzer, es ermöglicht PV-optimiertes Schalten von Hausgeräten (teils via EEBUS mit Miele/HomeConnect) und einfache Visualisierung, ist aber auf SMA-Komponenten fokussiert.

Sonnen bietet mit der sonnenBatterie ein HEMS im Batterie-Ökosystem, inkl. der Möglichkeit, in der sonnenCommunity überschüssigen Strom zu teilen, interessant für Gemeinschaftslösungen, aber ebenfalls proprietär.

Smartfox (Österreich) und Loxone (Smart Home) sind weitere Optionen: Smartfox optimiert PV-Eigenverbrauch und bietet Wallbox- und Heizstabsteuerung, Loxone wiederum integriert Energie ins umfassende Gebäudeautomations-System, beides eher Nischen: Smartfox erfordert Lizenzkäufe, Loxone richtet sich an komplette Smart Homes.

Tibber Pulse und aWATTar bieten keine vollständigen HEMS, aber Schnittstellen zu HEMS für dynamische Tarife. Und schließlich kommen regelmäßig neue Lösungen hinzu. SolarEdge hat für 2025 ein ONE Controller angekündigt, das §14a-konform ist und mit ihren Wechselrichtern und Wallboxen harmoniert.


Im nächsten Abschnitt fassen wir die Eigenschaften der wichtigsten Systeme in einer Entscheidungsmatrix übersichtlich zusammen. Diese Matrix soll helfen, die unterschiedlichen Schwerpunkte einiger Anbieter auf einen Blick zu erkennen.



Entscheidungsmatrix der HEMS-Anbieter

Die folgende Tabelle vergleicht ausgewählte HEMS-Anbieter und -Systeme anhand zentraler Kriterien. Sie zeigt, inwiefern die jeweiligen Lösungen die zuvor erläuterten Anforderungen erfüllen. (Legende: ✓ = Kriterium erfüllt/ausgeprägt, ○ = eingeschränkt/teilweise, ✕ = nicht erfüllt/nur gering ausgeprägt.)


Vergleichstabelle führender Home Energy Management Systeme (HEMS) mit Kriterien wie Geräte-Kompatibilität, Cloud-Anbindung, §14a-EnWG-Fähigkeit, Preisniveau und Datenschutz.
Entscheidungsmatrix für HEMS: Der Vergleich zeigt Stärken und Schwächen führender Systeme

Matrix-Analyse: An der Matrix erkennt man deutlich die Unterschiede: Integrierte Systeme wie SENEC oder Hager erreichen Höchstwerte bei Visualisierung und Nutzerfreundlichkeit, haben aber Einschränkungen bei Geräteoffenheit und Herstellerbindung. Dagegen glänzen unabhängige Lösungen wie Solar Manager oder Leaflet mit grünen  bei Kompatibilität und geringer Bindung, während sie preislich moderat bleiben und 14a-fit sind. Systeme mit Utility-Hintergrund (beegy, Enbas) sind sehr leistungsfähig (viele ✓), aber eher im professionellen Segment angesiedelt und weniger “selbst zu kaufen”. Schneider Wiser und EcoFlow zeigen, dass branchenfremde Ansätze (Smart Home bzw. Portable-Power) gewisse Nischen füllen, insbesondere Wiser als Ergänzung in bestehenden Haushalten und EcoFlow für autarke Anwendungen.


Bei der Auswahl sollten Endkunden diese Unterschiede mit den eigenen Prioritäten abgleichen. Wenn z.B. bereits ein bestimmter Speicher vorhanden ist, wird man oft zum HEMS desselben Herstellers greifen (Kompatibilitätsvorteil). Hat man hingegen einen bunten Mix an Komponenten oder plant in Zukunft flexibel zu bleiben, sind Solar Manager, Consolinno oder Enbas die bessere Wahl.


Die Checkliste und Fragen aus den vorherigen Kapiteln helfen dabei, die Gewichtung vorzunehmen. Auch lohnt ein Blick in unabhängige Erfahrungsberichte: In Foren wie dem Photovoltaikforum teilen Anwender praxisnahe Eindrücke, etwa die Bestätigung, dass Solar Manager keine laufenden Kosten verursacht und trotzdem sehr viele Geräte unterstützt, oder dass Fenecon FEMS ein tolles modulares Konzept hat, aber man dafür deren Hardware kaufen muss.



Fazit

Ein Home Energy Management System ist ein Schlüsselwerkzeug, um die Energiewende im Kleinen zu realisieren: Es holt mehr aus der eigenen PV-Anlage heraus, senkt Strombezugskosten und bereitet Haus oder Betrieb auf zukünftige Netzanforderungen vor. Die Auswahl des passenden HEMS hängt stark von den individuellen Rahmenbedingungen ab.


Für Einfamilienhäuser mit kompletter Neuinstallation bieten herstellergebundene Lösungen (wie SENEC, Hager/flow oder sonnen) einen bequemen Weg, alles aus einer Hand und optimiert abgestimmt. Wer hingegen Bestandssysteme nachrüsten will oder verschiedene Marken im Einsatz hat, fährt mit herstellerneutralen HEMS wie Solar Manager oder Leaflet sehr gut, da diese die vorhandenen Geräte integrieren und erweitern können. Mehrfamilienhäuser und Gewerbe haben oft komplexere Anforderungen (Lastspitzen, mehrere Nutzer), hier kommen Profi-Systeme wie energielenker Enbas oder Fenecon FEMS zum Einsatz, ggf. in Kombination mit Dienstleistern, die das Monitoring übernehmen.


Entscheidend ist, sich vorab klarzumachen, welche Ziele im Vordergrund stehen: Maximale Autarkie? Kostenersparnis durch dynamische Tarife? Einfaches Monitoring via App? Oder Netzstabilität und Fördervorgaben (§14a) erfüllen? Entsprechend sollte man die Kriterien gewichten. Die entwickelte Checkliste und Fragen führen durch diesen Prozess. Am Ende lässt sich die Auswahl oft auf 2 bis 3 Kandidaten eingrenzen, die man dann im Detail vergleichen kann, idealerweise anhand von Datenblättern und Erfahrungsberichten sowie Beratung durch Fachleute. Plattformen wie der HEMS-Finder der HTW Berlin können ebenfalls hilfreich sein, um nach gewünschten Eigenschaften zu filtern.


Abschließend sei betont: Welches HEMS man auch wählt, es ist eine Investition in die Zukunft. Mit steigenden Strompreisen, neuen Tarifmodellen und immer mehr Elektromobilität wird ein intelligentes Energiemanagement zum Standard werden. Ein gutes HEMS wächst mit diesen Aufgaben mit, es macht Sie als Endkunde zum aktiven Teil der Energiewende, schont den Geldbeutel und bietet Komfort durch Automatisierung.


Eine individuelle Beratung durch einen Energie-Experten oder erfahrenen Installateur kann den Auswahlprozess abrunden und sicherstellen, dass alle Aspekte berücksichtigt sind. Wir von der eeeNation GmbH sind auf Home Energy Management Systeme spezialisiert. Wir beraten herstellerunabhängig, planen gemeinsam mit Ihnen die optimale Lösung und übernehmen auf Wunsch auch die fachgerechte Installation vor Ort. Sprechen Sie uns an! Wir helfen und geben kompetente Unterstützung bei Auswahl und Umsetzung.


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